Es ist kaum hundert Tage her, daß INGRID MÖSSINGER den Staffelstab der Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz an Frédéric Bußmann (achten Sie auf die französische Aussprache!) übergeben hat. Wir vermissen Mössinger nicht nur deshalb, weil sie die Chemnitzer Kunstsammlungen als Bildungsstätte für ALLE Chemnitzer öffnete, und eben nicht den Kurs des Chemnitzer Theaters fuhr, das momentan knapp 30 Mio. Euro Steuergelder jährlich benötigt, um eine kleine Kunstelite zu befriedigen.

Frédéric Bußmann tönte kurz vor und kurz nach seiner Ernennung im Mai, jetzt solle ein frischer Wind wehen. Dieser frische Wind weht aber nicht.

Es weht in den Kunstsammlungen seit Bußmann derselbe kleinbürgerliche Mief wie überall dort, wo Karrieristen am Werk sind. Bußmann hat ein bißchen was mit Social Media für die Kunstsammlungen gemacht, hat keinen interessiert. Er organisierte einen Themenabend über Rechtsextremismus und Kunst, wow! Er hat eine superinteressante Ausstellungen zu „starken Frauen“ gemacht, gähn. Und, das ist superwichtig: Er hat die Kunstsammlungen endlich in den Kanon der Gutmenschenhaltung der Stadt Chemnitz eingegliedert, weswegen wir jetzt am Thetarplatz ENDLICH ganz viele tolle Botschaften für Toleranz und Weltoffenheit lesen können.

SUPER, danke Herr Bußmann! Wir haben verstanden, daß Sie keine Botschaft und auch keine Vision für unsere Kunstsammlungen haben und Chemnitz für Sie nur eine von vielen Stationen sein wird. Sie sind ein klassicher Verwalter und Sprücheklopfer: Kein Profil haben und das machen, was alle gut finden. Das ist immer gut für die Karriere. Dafür haben wir Verständnis. Wir sind gespannt, in welche große Stadt es Sie ziehen wird, wenn Ihr Vertrag in Chemnitz endet. Oder kündigen Sie schon vorher?