SX-130F Image DataEine inter­es­sante Art der Arbeits­beschaf­fung hat­te ein find­i­ger Bauin­ge­nieur aufge­tan, welch­er sich anonym hält. Jen­er junge Mann ging am Toten­stein spazieren und meldete anschließend der Stadtver­wal­tung, er habe Schä­den am Turm ent­deckt, der Turm müsse ges­per­rt wer­den. Nun, richtiger­weise sollte die Stadtver­wal­tung einem solchen Hin­weis nachge­hen. Soweit, so gut. Die Art des Nachge­hens ver­wun­dert aber, gelinde gesagt.

Kön­nen Sie sich das vorstellen? Eine Per­son spricht Sie auf der Straße an, daß Ihr Auto ver­mut­lich nicht verkehrstüchtig sei. Prak­tis­cher­weise sei er Kfz-Mechaniker. Wür­den Sie den Mann gle­ich mit der Unter­suchung Ihres Fahrzeuges beauf­tra­gen? Sich­er nicht. Stadtkäm­mer­er Brehm (CDU) macht das aber, zumin­d­est wenn es Steuergelder sind, die er aus­gibt: Er beauf­tragte kurz­er­hand eben diesen find­i­gen Wan­der­s­mann mit einem Gutacht­en über die Stand­sicher­heit des Turmes. Ergeb­nis: Der Turm solle sofort ges­per­rt wer­den. Beson­ders ärg­er­lich: Aus­gerech­net während der Jubiläums­feier­lichkeit­en von Grü­na war das Betreten des Aus­sicht­sturmes dann tat­säch­lich ver­boten.

Doch es gibt auch andere Wan­der­smän­ner: Zwei pen­sion­ierte Bauin­ge­nieure unter­sucht­en aus eigen­er Ini­tia­tive den „Schaden“. Klares Ergeb­nis der bei­den Fach­leute: Der ange­bliche Schaden ist gar kein­er, die Stand­sicher­heit des Aus­sicht­sturmes ist garantiert. Und die Stadt? Beauf­tragte einen weit­eren Gutachter. Dieser bestätigte die Stand­sicher­heit.

Die Rats­frak­tion PRO CHEMNITZ hat zu dieser Schild­bürg­erei eine Rei­he von Anfra­gen an die Ver­wal­tung gestellt, vor allem über die Kosten. Wir wer­den über die Ergeb­nisse informieren.

Pho­to: André Bretschnei­der, Wikipedia.